Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek

ThULB Jena - Thüringer Universitäts und Landesbibliothek

Ausstellungen in der ThULB

vom 18.09.2020 bis 10.07.2021

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Jena. Ansichten und Pläne damals und heute

Um 1236 erhielt Jena das Stadtrecht. In der Folge wurde die Stadt mitsamt Leutra (schon 881/899 im Hersfelder Zehntverzeichnis erwähnt), Zweifelbach und Nollendorf (noch 1344 bzw. 1347 als selbständige Dörfer urkundlich erwähnt) nach einem vorbedachten Plan ausgebaut. Einbezogen wurden die Michaeliskirche mit dem Zisterzienserinnenkloster und die Lehnshöfe der Herren von Jena. Einmal ummauert, blieb die Größe der Stadt für Jahrhunderte festgelegt. Die alten Siedelhöfe konnten alsbald in Wohnhäuser umgewandelt und bei Bevölkerungszunahme aufgestockt werden. Gleichwohl war an der Grunderstreckung der Stadt nichts zu ändern. Daher siedelten sich bald Zuwanderer der umliegenden Dörfer, die innerhalb des Mauerrings keine Bleibe fanden, vor den Toren an. Im Geschossbuch der Stadt Jena von 1406 sind die einst selbständigen Dorfschaften Leutra, Nollendorf und Zweifelbach als zur Stadt Jena gehörig erwähnt. Jahrhundertelang hat sich an dem Stadtbild nichts geändert. Mauern, Tore und Gräben wurden in Ordnung gehalten, bei drohender Gefahr, z.B. Angriffen von Hussiten oder aufständischen Bauern, durch Umbauten verstärkt. Da sich die Einwohnerzahl nicht wesentlich veränderte, war genügend Raum und Platz vorhanden. Einen vorbedachten Stadtbauplan gab es nicht, wie etwa die Wagnergasse und die Neugasse mit der Schrägheit ihrer Straßenfronten heute noch erkennen lassen.

Die erste deutliche Umgestaltung im Stadtinnern war eine Auswirkung der Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806. Zwischen der Johannis-, der Leutra- und der Judenmühlengasse brannten 21 Häuser ab. Die dann beginnenden Jahrzehnte der Industrialisierung brachten einen bemerkenswerten Anstieg des Straßenverkehrs. Ihm fielen z.B. 1819 das Löbdertor und um 1840 das Saaltor zum Opfer; dann 1897 das Weigelsche Haus, was den Durchbruch zwischen Weigelstraße und Bibliotheksplatz ermöglichte. Die Dreißigerjahre des 20. Jahrhunderts haben dann erneut weitreichende Änderungen des Stadtbildes gebracht. Der stetig wachsende Verkehr stieß auf unüberwindliche Hindernisse, unter anderem in der Wagnergasse, weshalb eine Entlastungsstraße gebaut wurde. Dies hatte zur Folge, dass ein großer Teil des Johannisfriedhofes 1938 weichen musste. So hat sich das Stadtbild Jenas gegenüber dem des Mittelalters wesentlich verändert.

Im Rahmen dieser kleinen Ausstellung kann selbstverständlich nicht auf alle Phasen der Stadtentwicklung Jenas eingegangen werden. Es können lediglich Schlaglichter auf einzelne Aspekte geworfen werden. Wir wünschen der Ausstellung ein reges Interesse, vielleicht verbunden mit dieser oder jener Diskussion über Vergangenes und Neues, sowohl von Jenenserinnen und Jenensern als auch von Gästen unserer Stadt.

Die Ausstellung ist im Rahmen der Öffnungszeiten der Teilbibliothek Geisteswissenschaften im Ausstellungsraum im Foyer zu besichtigen und wurde bis zum 10. Juli 2021 verlängert.

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