Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek

ThULB Jena - Thüringer Universitäts und Landesbibliothek

Bibliotheca Electoralis wieder zurück

Nachricht vom : 13.05.2019

In den letzten Tagen wurde der Gründungsbestand der ThULB, die Bibliotheca Electoralis, wieder in seinem Präsentationsraum aufgestellt. Zu ausgewählten Terminen wird die Öffentlichkeit wieder die Möglichkeit erhalten die Bibliotheca Electoralis zu besichtigen.

Als Bibliotheca Electoralis (Kurfürstliche Bibliothek) werden rund 1.500 Bände bezeichnet, die den Urbestand der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena bilden. Neben vielen herausragenden Drucken umfasst die Bibliotheca Electoralis fast 200 mittelalterliche Handschriften, darunter die Jenaer Liederhandschrift, Chorbücher des Petrus Alamire und prachtvoll illuminierte französische Codices. Der sächsische Kurfürst Friedrich der Weise (1463-1525) begann um 1500 in seiner Residenz in Wittenberg mit dem Aufbau dieser Bibliothek, die zunächst höfischer Repräsentation diente. 1512 bekam Georg Spalatin (1484-1545) den Auftrag, sie systematisch zu erweitern, woraufhin sie sich zu einem Wissensspeicher des Humanismus wie auch der Reformatoren entwickelte. Die Kurfürsten Johann der Beständige (1468-1532) und Johann Friedrich I. (1503-1554) ließen sie weiter vermehren. Nach der Niederlage des Schmalkaldischen Bundes 1547 regelte die Wittenberger Kapitulation, dass die Ernestiner ihre beweglichen Güter behalten durften, somit auch die Bibliotheca Electoralis. Am 27. Juni 1547 wurde sie zunächst nach Weimar verbracht, wo Johann Friedrichs Söhne residierten. Auf deren Initiative überführte man sie am 22. August 1549 in das aufgelöste Dominikanerkloster St. Pauli in Jena. Kleinere Teile verblieben in Weimar und gelangten später u.a. nach Coburg. Die "Bibliotheca ducalis" bzw. "Fürstlich Sächsische Bibliothek" in Jena, wie sie nun hieß, erfuhr erst ab den 1570er Jahren, als die Herzöge Erwerbungsmittel bereitstellten, eine Erweiterung und verstärkte Nutzung. Im Zuge einer Neuordnung der Jenaer Bibliothek ab 1817 unter Goethes Oberaufsicht wurden auch die Druckbände der Bibliotheca Electoralis auf Sachgruppen aufgeteilt. 2007-2012 wurde die Bibliotheca Electoralis wieder zusammengeführt und erschlossen. Die dabei angefertigten Digitalisate sind im Internet zugänglich. Im Präsentationsraum sind (mit wenigen Ausnahmen) die Druckbände der Bibliotheca Electoralis der Zeit nach 1500 ausgestellt.

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