Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek

ThULB Jena - Thüringer Universitäts und Landesbibliothek

Aktuelle Ausstellung

Nachricht vom : 22.03.2018

"was Krieg vor ein erschreckliches und grausames Monstrum seye"

Literatur und Kunst im Zeichen des Dreißigjährigen Krieges

Vor 400 Jahren, am 23. Mai 1618, führte der sogenannte Prager Fenstersturz zum Beginn des Dreißigjährigen Kriegs. Der gewaltsame, v.a. auf Reichsgebiet ausgetragene Konflikt zwischen dem Kaiser und der Katholischen Liga einerseits und einer Reihe protestantischer Landesfürsten andererseits um Fragen der Glaubenshoheit sowie der Vormachtstellung im Heiligen Römischen Reich gilt aufgrund der Beteiligung weiterer Mächte (Spanien, Dänemark, Schweden, Frankreich) als der erste große Krieg europäischen Ausmaßes. Mit seiner unsäglichen Brutalität und Begleiterscheinungen wie Hungersnöten, Seuchen und Hexenexzessen stürzte er die betroffenen Territorien jahrzehntelang in bis dahin nicht gekanntes Chaos und Elend. Für die europäische Geistes- und Kulturgeschichte blieb der Dreißigjährige Krieg über Generationen und Jahrhunderte hinweg als negativer Bezugspunkt präsent.

Die Ausstellung rückt die im Zeichen dieses Ereignisses entstandene Literatur und Kunst in den Fokus. Die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena verfügt hier über einen reichen Bestand: Gezeigt werden literarische und buchkünstlerische Originale größtenteils aus der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs, oftmals Erstdrucke. Im Zentrum des ersten Teils der Ausstellung stehen literarische Bezugnahmen auf den Krieg, etwa von den bedeutendsten Dichtergrößen des Barock, wie Grimmelshausen, Gryphius oder Opitz. Darüber hinaus sind literaturgeschichtlich bedeutende Zeugnisse der langen Wirkungsgeschichte des Kriegs, welche vom 17. Jahrhundert bis zur unmittelbaren Gegenwart reicht, zu sehen, darunter etwa Schillers oder Döblins "Wallenstein", Ricarda Huchs "Großer Krieg in Deutschland" oder Günter Grass' "Treffen in Telgte". Der zweite Ausstellungsteil widmet sich Büchern des 17. Jahrhunderts mit oft großformatigen Kupferstichen, u.a. von Matthäus Merian d.Ä. Sie zeigen die Protagonisten des Kriegs, den Fenstersturz, Schlachten, Kriegsgräuel, Festungen und Waffen, Wunderzeichen oder einen Kometen von 1618/19, der vielen als Vorzeichen des drohenden Kriegsunheils galt. Auch Bücher mit Texten und Bildern zum Friedensprozess von 1648/50 werden gezeigt.

Die Ausstellung kann montags bis freitags von 09:00 bis 16:00 Uhr sowie nach vorheriger Anmeldung an der Zentralen Information (Tel. 03641 9-40100 oder E-Mail) besichtigt werden.

Ausstellungsort ist der Zimelienraum im Bibliothekshauptgebäude mit Teilbibliothek Geisteswissenschaften.

Ansprechpartner für die Ausstellung sind Herr Dr. Boris Hoge-Benteler und Herr Dr. Joachim Ott.

30jähriger Krieg_300
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