Kelin: Vyl riche selde mich mit Melodie


Deutschland, 1. Hälfte 14. Jh.
Pergament (Fragmente von 4 Doppelblättern), 28,3 x 21 cm

Textumfang: Kelin, Boppe, Fegfeuer, 40 Strophen aus dem Wartburgkrieg

Öffentliche Bibliothek der Universität Basel · Mscr. N I 3: 145

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Die möglicherweise ursprünglich zu zwei Lagen gehörenden, zweispaltig be­schrifteten Fragmente einer Liederhandschrift aus dem 14. Jahrhundert dien­ten bis zur Entdeckung durch Rudolf Wackernagel im 19. Jahrhundert als Einbände für Akten der Basler Dompropstei aus dem Jahr 1577. Die starken Übereinstimmungen zwischen der Jenaer Liederhandschrift und dem Basler Fragment könnten auf eine gemeinsame Vorlage zurückgehen. Die auf fol. 1r-2v aufgezeichneten Strophen sind in der Jenaer Liederhandschrift "Meister Kelyn" zugewiesen, von den sechs Strophen auf fol. 3r-3v ist Nr. 4 auch in der Jenaer Liederhandschrift (dort fol. 113v) als Nachtragsstrophe unter "Meister Poppe" zu finden. Die vierzig Strophen des Wartburgkrieges (Basler Frag­ment, fol. 5r-8v) ohne musikalische Notation stehen in der Jenaer Liederhand­schrift auf fol. 124v-127r und fol. 129r-131r. Während der Jenaer Codex durchgehend die Nota quadrata verwendet, ist das Basler Fragment in goti­scher Notation (Hufnagelschrift) aufgezeichnet. Dennoch sind die Melodien vollkommen identisch.

Franz Körndle

Literatur: Marburger Repertorium

Bildmaterial: Digitalisate

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