DFG Projekte
Wissenschaftliche Aufarbeitung, Digitalisierung und Präsentation der Bibliotheca Electoralis
Projekt der ThULB
Zeitraum Juni 2008 - November 2012
Projektleitung: Dr. Sabine Wefers
Die ThULB Jena verwahrt mit der "Bibliotheca Electoralis" eine der bedeutendsten Sammlungen der Reformationszeit. Ihr sind etwa 1.500 Drucke des 15./16. Jahrhunderts und ungefähr 150 mittelalterliche Handschriften (u. a. die Jenaer Liederhandschrift) zuzuordnen. Vor ihrer Ankunft in Jena 1549 war die "Electoralis" unter Kurfürst Friedrich dem Weisen zunächst kurfürstliche Schlossbibliothek in Wittenberg, ab 1512 auch Studienbibliothek der Wittenberger Universität. Der kulturhistorische Wert der Sammlung ergibt sich in erster Linie aus ihrer Kontextualisierung: Als Wissensquelle und Wissensspeicher wurde die "Electoralis" von den Protagonisten der Reformation - von Martin Luther und Philipp Melanchthon - genutzt, deren Annotationen sich im Bestand finden. Diesem bisher wenig erforschten Aspekt gilt die wissenschaftliche Aufarbeitung, Digitalisierung und Präsentation der "Electoralis" im Rahmen der Universal Multimedia Electronic Library of Jena (UrMEL). Dabei wird die "Electoralis" virtuell wiedererstehen und einschließlich der bisher nicht aufgearbeiteten Glossen in ein modernes, digitales Zugriffssystem überführt werden. Das offen angelegte Konzept von UrMEL sowie die Anwendung internationaler Erschließungsstandards ermöglichen die Integration in weitere übergreifende Informationssysteme und -verbünde (OCLC PICA, World Cat).
Digitalisierung und Online-Präsentation Jenaer Drucke des 17. Jahrhunderts im Rahmen des VD 17-Masterplans (VD 17 digital "Regionale Digitalisierung")
Projekt der ThULB
Laufzeit: ab 2012
Projektleitung: Dr. Sabine Wefers
Die Verlagsproduktion erreichte in Jena im Zuge des 17. Jahrhunderts einen der vordersten Plätze in Deutschland. Im gleichen Zeitraum wuchs die Jenaer Bibliothek als Vorläuferin der heutigen ThULB auf der Grundlage ihres kurfürstlichen Gründungsbestands und vermehrt durch zahlreiche weitere Erwerbungen zu einer der größten Bibliotheken an deutschen Universitäten an. Der heutigen Bedeutung der ThULB Jena als Bestandszentrum für Drucke des 17. Jahrhunderts steht eine bislang geringe Präsenz im VD 17 entgegen. Diese Lücke soll durch das Projekt geschlossen werden. Das Vorhaben sieht die Digitalisierung ausgewählter in der ThULB Jena vorhandener Druckschriften des 17. Jahrhunderts mit Erscheinungsort Jena sowie deren Verzeichnung im VD 17 als Bestandteil des VD 17-Masterplans vor. Im Rahmen des VD 17-Masterplans wird die im VD 17 verzeichnete Literatur in digitale Form überführt. Die Online-Präsentation der im Projektzusammenhang gewonnenen digitalen Ausgaben erfolgt im Rahmen von UrMEL. Sämtliche im Projekt enthaltene Ausgaben werden im VD 17 nachgewiesen und in weitere übergreifende Informationssysteme und -verbünde eingebunden. Perspektivisch sollen im Rahmen des Projekts auch in der ThULB Jena vorhandene Titel weiterer Thüringer Druckorte einbezogen werden ("Regionale Digitalisierung").
Aufarbeitung des Nachlasses Georg Rörers (1492-1557) in der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB) für eine offene Online-Plattform zur Luther- und Reformationsforschung
Gemeinschaftsprojekt der ThULB und des Lehrstuhls für Kirchengeschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Zeitraum Juni 2008 - November 2011
Projektleitung: Dr. Sabine Wefers
Projektpartner: Prof. Dr. Volker Leppin
Der in der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB) verwahrte Nachlass Georg Rörers (1492-1557) - 35 Handschriften und zwei gedruckte Bibel-Handexemplare - ist eines der zentralen Quellenmonumente zur Reformationszeit. Rörer war engster Mitarbeiter Martin Luthers, dessen Werke und Wirken er, vielfach singulär, in seinen Handschriften ebenso dokumentierte wie Texte weiterer Protagonisten der Reformation. Rörers Handschriften sind der Forschung seit langem bekannt, jedoch nie für sich betrachtet in ihrer Gesamtheit kodikologisch wie reformations- bzw. rezeptionshistorisch aufgearbeitet worden. Projektziel ist neben der Digitalisierung die Tiefenerschließung und wissenschaftliche Aufarbeitung dieses Fundus, vor allem aber - als innovativer Schritt - die Schaffung einer auf Rörers Material basierenden, ergebnisoffenen und international rezipierbaren moderierten Offenen Forschungsplattform zur Luther- und Reformationsforschung. Den technischen Rahmen bildet die Universal Multimedia Electronic Library of Jena (UrMEL). Rörers Bibliothek wird hierbei virtuell wiedererstehen und in ein modernes, digitales Zugriffssystem überführt. Das offen angelegte Konzept von UrMEL sowie die Anwendung internationaler Erschließungsstandards ermöglichen die Integration in weitere übergreifende Informationssysteme und -verbünde.
Aufbau eines offenen Kalenderportals
Zeitraum: Oktober 2008 - Oktober 2011
Gemeinschaftsprojekt der der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB) des Instituts für Deutsche Presseforschung der Universität Bremen (DP Bremen) sowie der Stadtverwaltung Altenburg, Stadtarchiv
Projektleitung: Dr. Sabine Wefers
Projektpartner: Prof. Dr. Holger Böning, Michael Wolf
Die Jahreskalender sind ein herausragendes "Massenmedium" der Frühen Neuzeit, in denen sich die geistig kulturellen Implikationen einer Zeit und die konstitutive Verfasstheit einer Epoche auf eindrucksvolle Art widerspiegeln. Mit den im Oktober 2006 im Stadtarchiv von Altenburg entdeckten 3.700 Schreibkalendern aus dem Zeitraum des 17. bis 19. Jahrhunderts eröffnet sich jetzt jedoch eine eindrucksvolle Quellengrundlage, auf Grund derer die Erforschung des Kalenderwesens auf einer qualitativ völlig neuen Ebene ermöglicht wird. Mit einer angestrebten Erfassung, Digitalisierung, wissenschaftlichen Erschließung und multimedialen Präsentation und Veröffentlichung der Altenburger Quellen im Rahmen einer für Nachfolgeprojekte offenen Kalenderplattform innerhalb der Universal Multimedia Electronic Library of Jena (UrMEL) werden die Voraussetzungen für eine effiziente wie substanzielle wissenschaftliche Forschung dieser kulturhistorisch außerordentlich wertvollen Quellengattung geschaffen.
Theater und Musik in Weimar von der Ära Hummel bis zum Ende des Hoftheaters (1819-1918)
Zeitraum: März 2009 - März 2012
Gemeinschaftsprojekt der Thüringer Universitäts- und Landsbibliothek Jena (ThULB), des Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar (ThHStAW) und der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar (HfM)
Projektleitung: Dr. Sabine Wefers (ThULB), Dr. Bernhard Post (ThHStAW), Prof. Dr. Detlef Altenburg (HfM)
Während die Bedeutung des Weimarer Theaters der Goethe-Zeit für die Literatur-Theater- und darüber hinaus für die deutsche Geistesgeschichte - von der Forschung umfassend untersucht ist, wurden aus der Erkenntnis, dass das Weimarer Theater im 19. Jahrhundert als Wirkungsstätte von Musikern mit europaweiter Strahlkraft wie Johann Nepomuk Hummel, Franz Liszt und Johann Strauss zu einer Spielstätte des Musiktheaters von Rang aufstieg, erst in Ansätzen die erforderlichen Konsequenzen für die Forschung gezogen. Insbesondere sind grundsätzliche Fragen des Gesamtrepertoires und der Aufführungspraxis dieser Bühne mit Ausnahmecharakter noch nicht erforscht. Die Theaterzettel des Weimarer Hoftheaters sind hierfür eine zentrale Quelle der kultur- und geisteswissenschaftlichen Forschung. Insgesamt sind aus dem zu untersuchenden Zeitraum fast 19.000 Theaterzettel zu Aufführungen des Hoftheaters vorhanden. Diese Theaterzettel sollen digitalisiert und in einem virtuellen Gesamtbestand, chronologisch nach Aufführungsterminen geordnet, zusammengeführt werden. Das Projekt beabsichtigt, diese bedeutsame Quelle zu erschließen und der Forschung über UrMEL leicht zugänglich zu machen. Dies gewinnt im Zusammenhang mit dem Liszt-Jahr 2011 und den damit in Zusammenhang stehenden weltweiten Forschungsvorhaben zusätzlich an Bedeutung.
Aufarbeitung des Nachlasses von Clemens von Delbrück (1856-1921) in der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB) für eine frei zugängliche Internetpräsentation zur Parlamentarisierungs- und Parteienforschung
Zeitraum: September 2009 - September 2011
Gemeinschaftsantrag der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB) und des Historischen Seminars der Technischen Universität Braunschweig
Projektleitung: Prof. Dr. Matthias Steinbach (TU Braunschweig)
Projektpartner: Dr. Sabine Wefers (ThULB)
Der in der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB) verwahrte Nachlass Clemens von Delbrücks (1856-1921) ist ein zentraler Quellenbestand zur Geschichte des Deutschen Kaiserreichs und der frühen Weimarer Republik. Delbrück durchlief eine außergewöhnliche Karriere, die ihn in hohe Positionen der preußischen Verwaltung führte und darin gipfelte, dass er als Staatssekretär von 1909 bis 1916 die Reichsinnenpolitik mitbestimmte und 1918 letzter Chef des Kaiserlichen Zivilkabinetts war. 1919 gehörte Delbrück zu den maßgeblichen Autoren der Weimarer Reichsverfassung. Delbrücks Nachlass ist noch nicht erschlossen und der Forschung unbekannt. Projektziel ist neben der Ordnung und Feinerschließung des Nachlasses dessen Digitalisierung sowie die bereits während der Erschließung schrittweise erfolgende Online-Veröffentlichung aller Erschließungsergebnisse und Digitalisate im Rahmen von UrMEL, gefolgt von der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Nachlasses und deren Publikation in der Reihe "Quellen zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien". Das offen angelegte Konzept von UrMEL sowie die Anwendung zentraler Erschließungsstandards (RNA) ermöglichen die Integration in überregionale Informationssysteme und -verbünde.
DFG Schwerpunktprogramm 1173 "Integration und Desintegration der Kulturen im europäischen Mittelalter"
Einzelprojekt: Abwehr des Fremden im Reich des 15. Jahrhunderts
Zeitraum Juli 2007 - Juni 2009
Projektleitung: Dr. Sabine Wefers
Die Untersuchung soll die Bedingungen, Mittel und Wege erkunden, unter denen sich das Deutsche Reich des 15. Jahrhunderts der Konfrontation mit dem Fremden stellte. Dazu gehört zunächst die Definition dessen, was "fremd" eigentlich bedeutete, respektive was unter welchen Umständen in welchem Maße eine Abwehrreaktion durch wen begründete. Dabei soll das ursprünglich von Max Weber aufgebrachte, sodann von dem Kulturanthropologen Clifford Geertz (1973) übernommene Bild des "selbstgesponnenen Bedeutungsgewebes" in methodisch adaptierter Form dazu dienen, die überkommenen verfassungs- und sozialhistorischen Erklärungsmuster mit ihren (vor-)staatlichen Implikationen, die "Big Story" des werdenden Nationalstaats (H. Kaminsky) nämlich, zu überwinden.
Die Größe und Kleinteiligkeit des mittelalterlichen Reiches bewirkte, dass aus bestimmtem Anlass ganz unterschiedliche politische und soziale Kulturen zusammenwirkten, deren Verständnis von der Situation sich häufig voneinander unterschied. Das lässt sich besonders deutlich bei der Abwehr von Fremden beobachten, welche im jeweiligen kulturellen, politischen, sozialen oder auch wirtschaftlichen Kontext unter Umständen gar nicht, nicht in demselben Maße oder nicht immer als Fremde empfunden wurden.
Das Papyrus-Projekt
Gemeinschaftsprojekt der ThULB Jena, des Instituts für Altertumswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena, des Instituts für Klassische Altertumswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Universitätsbibliothek Leipzig
Zeitraum 2002 - 2008
Projektleiter: Prof. Dr. Ulrich Johannes Schneider
Projektpartner: Dr. Sabine Wefers, Prof. Dr. Rainer Thiel, Prof. Dr. Reinhold Scholl, Prof. Dr. Andreas Mehl
Im Rahmen einer Zusammenarbeit werden die in Jena, Halle und Leipzig vorhanden Papyrusbestände in arbeitsteiliger Kooperation gescannt, sicherheitsverfilmt und katalogisiert. Die gewonnenen Informationen werden so aufbereitet, dass sie in einem künftigen deutschen Papyrusportal zusammen mit den übrigen Papyrussammlungen recherchierbar sind und einheitlich präsentiert werden. Als informationstechnische Lösung dient die von den Projektpartnern Halle-Jena-Leipzig mitentwickelte und bereits eingesetzte Applikation von MyCoRe. Neben der ortsunabhängigen Zugänglichkeit ortsgebundenen Materials und der langfristigen Bestandssicherung des einmalig vorhandenen Kulturguts bezweckt die Bestandserschließung die wissenschaftliche Bearbeitung mit modernsten Methoden zur Entzifferung, Auswertung und Deutung.
Digitalisierung und Erschließung von Zeitschriften des Weimar-Jenaer Literaturkreises um 1800: Allgemeine Literatur-Zeitung (ALZ), Jenaische Allgemeine Literatur-Zeitung (JALZ) und Journal des Luxus und der Moden (JLM)
Gemeinschaftsprojekt mehrerer Bibliotheken unter Federführung der Herzogin Anna Amalia Bibliothek
Zeitraum 2004 - 2008
Projektleitung: Dr. Michael Knoche
Projektpartner: Dr. Sabine Wefers et alii
Im Projekt wurden in Kooperation mit der HAAB Weimar die Allgemeine Literatur-Zeitung (ALZ), die Jenaer Allgemeine Literatur-Zeitung (JALZ) und das Journal des Luxus und der Moden (JLM) bearbeitet. Inzwischen ist die Erfassung der Aufsätze (insbesondere Rezensionen) der drei Organe bis zum Erscheinungsjahr 1815 abgeschlossen.
Ein Nachfolgeantrag für den Zeitraum ab 1816 wurde bereits von der DFG bewilligt.
Digitalisierung und Erschließung der Allgemeinen Literaturzeitung (ALZ), der Jenaischen Allgemeinen Literatur-Zeitung (JALZ) und des Journals des Luxus und der Moden (JLM) ab 1816
Gemeinschaftsprojekt der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena und der Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar
Zeitraum 2010 - 2012
Projektleitung: Dr. Sabine Wefers
Projektpartner: Dr. Michael Knoche
Das Gemeinschaftsprojekt ist eine Weiterführung der "Digitalisierung und Erschließung von Zeitschriften des Weimar-Jenaer Literaturkreises um 1800: Allgemeine Literatur-Zeitung (ALZ), Jenaische Allgemeine Literatur-Zeitung (JALZ) und Journal des Luxus und der Moden (JLM) bis 1815".
Ziel des Projekts ist es, die bestehende Erschließung und Digitalisierung der drei historischen Zeitschriften, die bisher nur bis zum Erscheinungsjahr 1815 reicht, für die restlichen ab 1816 erschienenen Ausgaben fortzusetzen. Damit wird in Konsequenz des 1. Förderzeitraums eine vollständige Digitalisierung und Erschließung der Zeitschriften gewährleistet.