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Welttag des Buches 2017

Nachricht vom : 18.04.2017

Zum Welttag des Buches am 23. April 2017 werfen wir einen Blick auf das Buch in seinen verschiedenen Formen im 19., 20. und 21. Jahrhundert.

Neben gedruckten Büchern erscheinen heutzutage immer mehr Titel auch als E-Books. Der digitale Wandel betrifft sowohl belletristische Literatur als auch (wissenschaftliche) Sach- und Fachbücher.

Im wissenschaftlichen Bereich spielen E-Books eine immer wichtigere Rolle. Ein Vorteil der digital verfügbaren Bücher besteht darin, dass mehrere Personen gleichzeitig und ortsunabhängig darauf zugreifen können. Des Weiteren bieten E-Books Möglichkeiten, die für frühere Generationen unvorstellbar waren. So können einzelne Wörter oder Textpassagen rasch aufgefunden und/oder für Zitate kopiert werden. Außerdem lassen sich in kürzester Zeit computerlinguistische oder statistische Analysen vornehmen. Nicht zuletzt ermöglichen E-Books auch kollaboratives Arbeiten, zum Beispiel durch Anbringung von Kommentaren oder Annotationen in den Büchern.

Am Beispiel des Oxford English Dictionary (OED) möchten wir Ihnen einige Unterschiede zwischen einem konventionellen, gedruckten Wörterbuch und seiner digitalen Version vorstellen:


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Die erste gedruckte Ausgabe des OED aus den 1880er Jahren umfasst 14 Bände mit teilweise über 1.000 Seiten. Sie erweist sich somit als eher unhandlich und benötigt einige Regalmeter Platz. Wie üblich in klassischen Wörterbüchern, sind die einzelnen Einträge jeweils untereinander abgedruckt. Jede Seite ist in drei Spalten unterteilt. Das Schriftbild ist sehr klein:

Die zweite Auflage des OED (1989 erschienen) weist bzgl. des Layouts kaum Veränderungen im Vergleich zur Erstedition auf. Sie besitzt nach wie vor klassischen Wörterbuchcharakter. Manche Einträge haben sich im Umfang geändert, und es sind - naturgemäß - zahlreiche neue Wörter hinzugekommen.

Neben den gedruckten Auflagen existiert auch eine Ausgabe des OED auf CD-ROM bzw. Diskette, welche ebenfalls in der ThULB verfügbar ist.

Seit einigen Jahren gibt es das OED schließlich auch als Online-Version. Das Oxford English Dictionary Online bietet sämtliche Vorteile eines modernen, digital verfügbaren Wörterbuchs. Die Datenbank enthält über 600.000 Worteinträge inkl. zugehöriger Varianten, Worterklärungen, Synonyme, Literaturzitate sowie Angaben zu Aussprache und Etymologie. Die Online-Version des OED enthält die vollständigen Daten der zweiten Ausgabe von 1989 inkl. der Additions von 1992 und 1997 und wird vierteljährlich durch Updates mit neuen Worteinträgen aktualisiert. Außerdem ist der Historical Thesaurus of the OED integriert. Darin kann nachvollzogen werden, wie sich der Gebrauch oder die Bedeutung einzelner Wörter vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart verändert haben. Bei jedem Wort ist zudem angegeben, wann es erstmals verwendet wurde. Wussten Sie zum Beispiel, dass der Ausdruck "Nerd" seit 1951 existiert?

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Welche Version des Oxford English Dictionary bevorzugen Sie? Haben Sie schon einmal in die Online-Version hineingeschaut? Sie ist für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger - nach Anmeldung als Nutzerin oder Nutzer der ThULB - an den PC-Arbeitsplätzen der Bibliothek zugänglich.

Übrigens: An einer dritten, vollständig überarbeiteten Ausgabe des OED wird derzeit gearbeitet. Mit der Fertigstellung wird nicht vor 2028 gerechnet. Die dritte Ausgabe wird voraussichtlich ausschließlich online erscheinen.

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